Silberjubiläum der Heimat- und Gartenfreunde Materborn e. V.
Chronik über 25 Jahre Vereinsleben
Teil 3
1984
Die Jahreshauptversammlung vom 30. 3. ergab einige Änderungen im Vorstand. Der langjährige 2. Vorsitzende Dr. Müller trat aus Altersgründen zurück. Seinen Platz nahm der bisherige Beisitzer Theo Kroymann ein. Der Vorsitzende würdigte die Verdienste des bisherigen 2. Vorsitzenden und ehrte ihn mit einem Buchgeschenk.
Gerd Klima wurde als Beisitzer neu in den Vorstand aufgenommen. Unter Punkt Verschiedenes wurde beschlossen, eine Änderung der Satzung vorzubereiten, um die Anerkennung als gemeinnütziger Verein zu erreichen. Zum Abschluss führte Theo Kroymann einen von ihm hergestellten Film über das Vereinsgeschehen im kleinen Jubiläumsjahr 1983 vor. Der hervorragende Film fand großen Beifall.
Am 5. 5. 1984 fand die große Studienfahrt statt, die unser Nachbarland Holland zum Ziel hatte. Sie fand großes Interesse, denn man benötigte zwei Busse für die 89 Teilnehmer. Dr. Groh, Kranenburg, bekannt als ausgezeichneter Kenner der holländischen Geschichte und Landschaft, war zur Mitfahrt gewonnen worden.
Erstes Ziel war das alte Festungsstädtchen Buren mit seinen sehenswerten mittelalterlichen Gebäuden. In Vianen an Lek wurden die „Groote Kerk“ sowie ein seltenes Renaissance-Grab besichtigt. Nächstes Ziel war Nieuwpoort. Hier überquerten wir den Lek mittels einer Fähre nach Schoonhoven, wo das berühmte Uhren- und Silbermuseum viel Sehenswertes bot.
Als nächstes stand der Besuch des Storchendorfes „Het Liesfeld“ der Gemeinde Groot Ammers auf dem Programm, dem nach einem längeren Rundgang die Fahrt nach Kinderdijk folgte, bekannt durch die Polderentwässerung durch Windmühlen. Die Bootsfahrt an 19 dieser Windmühlen vorbei war besonders reizvoll. Nachdem man hier auch Gelegenheit hatte, sich durch eine Tasse Kaffee zu erfrischen, wurde als letztes Ziel vor der Heimfahrt der Ort Bokhoven (Gemeinde Engelen) angefahren. Hier schloss man das Programm mit einer Kirchenführung und Besichtigung eines bedeutenden Barockgrabes ab.
Das Jahresprogramm wurde mit einer der beliebten Herbstwanderungen fortgesetzt. Die Wanderung begann am Parkplatz des Ehrenfriedhofes. Durch den Reichswald ging es zunächst zum Wasserwerk zu einer Besichtigung der Anlage. Die weitere Wanderung führte über den Nierswanderweg nach Asperden. Prima war die abschließende zweistündige Planwagenfahrt. Für manche ging die reizvolle Fahrt viel zu schnell zu Ende.
Das Herbstfest am 6. 10. fand wieder in einem vollbesetzten Ratskrug statt. Es wurden wie in jedem Jahr zahlreiche Sieger im Vorgarten- und Blumenschmuckwettbewerb geehrt. Bereits aus früheren Jahren bekannte Namen von Hobbygärtnern tauchten auf.
So:
Bei den Senioren Vorgärten waren:
Im Blumenschmuck offen setzten sich durch:
Senioren-Rangliste:
Auch der Erfolg auf Kreisebene sei erwähnt.
Vorgärten offen:
Vorgärten Senioren:
Blumenschmuck (offen):
Ehel. van Reemen erhielten für das Engagement zugunsten der städtischen Anlage an der Berliner Straße einen Sonderpreis. Eine große Gruppe der Feuerwehrkapelle Kleve hatte das Programm mit schmissiger Musik eröffnet, dem sich nach der Siegerehrung ein buntes Programm anschloss, an dem auch das Germania-Trio (Giesen, Gorisen, Fortkort) und zwei niederrheinische Mädel (A. Liffers, R. Vehreschild) mit Liedern und heimatlicher Mundart beteiligt waren. Singspiel, Preistanz, Tombola und Polonaise sorgten für Stimmung.
Der Besuch der Ausstellung „Land im Mittelpunkt der Mächte“ (Jülich, Kleve und Berg) im städtischen Museum, (Führung Museumsleiter de Werd) sowie die Besichtigung der Stiftskirche Kleve am 8. 12. 1984 bewiesen, daß auch die Kultur im Vereinsgeschehen nicht zu kurz kommt.
Die Nikolausfeier am 6. 12. 1984 mit Günter Wagner als Nikolaus und Günter Kohlmann als Knecht Ruprecht war wieder einmal ein würdiger Abschluß des Vereinsjahres.
Trotz mancher Abgänge durch Wegzug usw. blieb die Mitgliederzahl mit 141 konstant.
1985
Die gut besuchte Jahreshauptversammlung vom 22. 3. im Ratskrug bildete den Auftakt der Vereinsveranstaltungen des Jahres 1985. Der Wahlakt umfaßte die Wahl des 1. Vorsitzenden, des 1. Kassierers des 2. Schriftführers und eines Beisitzers. Es ergab sich nach der Entlastung des Vorstandes in allen Fällen Wiederwahl. Damit führt der 1. Vorsitzende Theo Brauer den Verein nun 20 Jahre.
Wiedergewählt wurden:
Auch die Auszeichnung mehrerer Mitglieder mit der Goldenen bzw. Silbernen Ehrennadel des Verbandes sei erwähnt. Über die bisherigen Auszeichnungen dieser Art gibt eine besondere Übersicht an anderer Stelle dieser Chronik Auskunft.
Im Anschluß an den Wahlakt wurde außerdem die Änderung des Vereinsnamens in „Heimat- und Gartenfreunde“ beschlossen, nachdem sich das Schwergewicht der Vereinstätigkeit vom Garten auf heimatkundliche Belange verlagert hat.
Die abschließende Dia-Tonschau über das Thema „Waldsterben“, vorgeführt von Edgar Kroymann, fand großes Interesse.
Zwei Busse mit 77 Teilnehmern starteten zur diesjährigen großen Studienfahrt. Als Reiseziel hatte man das Bergische Land gewählt. Den ersten Aufenthalt machte man in Solingen zur Besichtigung des bekannten Klingenmuseums. Dabei nahm man auch Gelegenheit, die in den angrenzenden Räumen stattfindende 39. Bergische Kunstausstellung zu besichtigen.
Die Weiterfahrt durch die Landschaft des Bergischen Landes brachte die Busse bald zum Museumsdorf Hungenbach. Weiter zum Altenberger Dom, und ließ man, hier einer Führung durch den Dom, die Klänge der größten Kirchenorgel Nordrhein-Westfalens auf sich wirken, für die man eigens den Domorganisten gewonnen hatte. Gelungener Abschluß der Fahrt bildete das gemeinsame Abendessen im Inselgasthof auf Griethorort.
Für den 25. August hatte der Verein zu einer gemeinsamen Fahrradtour durch den Reichswald eingeladen, die über den Treppkesweg, Nergena-Nord und -Süd nach Grafwegen zum „Deutschen Eck“ führte.
Am 7. 9. berichtete die örtliche Presse ausführlich über die Einrichtung eines Informationsstandes des Vereins mit Sitzbank an der Ecke Kirchweg/Dorfstr.
Der Ratskrug war am 12. 10. wieder Schauplatz des traditionellen Herbstfestes mit der Auszeichnung der Sieger im Vorgarten- und Blumenschmuckwettbewerb auf dem über 40 Preisträger mit Preisen belohnt wurden. In Anwesenheit von Willi Breuer als Vertreter des Bürgermeisters und Pastor Geerkens erhielten erste Preise:
Als Seniorensieger wurden ausgezeichnet:
Erwähnt sei zum Abschluß der Wettbewerbe noch, daß auch auf Kreisebene Eheleute Tönnissen und Nellessen unter den Vorgärten bei den Senioren 2. und 3. Preise erhielten. Während in der offenen Klasse unter den Kreissiegern die Eheleute van Remmen, Schuberstr. 1, Dorissen, Burgstr. 47, Ludwig von Hammel, Waalstraße 12, sowie Kruse, Burgstr. 18, Holl, Maasstr. 12 und Klüsters, Saalstr. 20 verzeichnet sind. Erneut ein großer Erfolg unserer Vereinsmitglieder.
Eine besondere Ehre erhielt Theo Brauer, der nunmehr seit zwei Jahrzehnten die Führung unseres Vereins in hervorragender Weise wahrnimmt.
Als Mitwirkende präsentierten sich:
Vorbei vor allem Jopie als Materborner mit dem Sketch „Door und Ziss“ für Heiterkeit sorgte. Die reichhaltige Tombola bescherte viele schöne Gewinne.
Eine stattliche Gruppe von Wanderfreunden traf sich zur beliebten Herbstwanderung. Ein Buss brachte die Gruppe zum Parkplatz an der Kurfürsteneiche. Von dort ging es in etwa zweistündiger Wanderung durch den Reichswald, vorbei am Forsthaus Nergena in Richtung Kranenburg. Dort wurden die Wanderer von Pastor Angenheister empfangen zur Führung durch die Wallfahrtskirche. Im historischen Katharinenkeller gab’s anschließend Kaffee und Kuchen.
Gleichzeitig wurden Punkte in den neu eingerichteten Wanderpaß unseres Vereins eingetragen. Danach wurde das Kranenburger Museum unter sachkundiger Führung aufgesucht. Die benachbarte Kunstweberei, die einzige dieser Art in Nordrhein-Westfalen, fand ebenfalls großes Interesse. Nach einem Blick in das neue Bürgerhaus Kranenburg ging es wieder heimwärts.
Natürlich fehlte im Jahresprogramm des Vereins die vorweihnachtliche Feier für die Kleinen nicht. 45 Kinder wurden im Ratskrug durch den Nikolaus beschenkt.
Eine erfreuliche Feststellung zum Jahresabschluß 1985: Die Mitgliederzahl stieg auf 154! Somit wurde erstmals die 150 Mitgliedergrenze überschritten. Eine Anerkennung für die Vereinsführung, die unermüdlich um ein abwechslungsreiches und attraktives Vereinsleben bemüht ist.
1986
Ein besonders reichhaltiges Jahresprogramm hat die Chronik über 1986 zu registrieren. Den Auftakt bildete eine Halbtagsfahrt zur Besichtigung der Milchwerke Wöhrmann in Appeldorn.
Die Jahreshauptversammlung fand am 21. 3. im Ratskrug statt. Sie verzeichnete einen außerordentlich guten Besuch. Nach der Entgegennahme des Protokolls der vorjährigen Hauptversammlung und des Tätigkeitsberichtes wurde dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt. Auch gegen den Kassenbericht gab es keine Einwendungen. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden ausnahmslos wiedergewählt:
Anschließend erläuterte Theo Kroymann das neue Bauvorhaben des Vereins, die Errichtung einer Wald- und Grillhütte im Krebbergerlände. Der Ehrenvorsitzende des Kreisverbandes für Heimatpflege und Ehrenmitglied unseres Vereins, Walter Zorn, übermittelte zunächst Grüße des Kreisverbandes und hielt einen Dia-Vortrag über Burgen und Herrensitze am Niederrhein.
Die Vollendung des Sturmflutwehrs in der Oosterschelde in den Niederlanden veranlaßte den Verein, die große Studienfahrt 1986 zu diesem Jahrhundertwerk der Holländer zu unternehmen. Zwei vollbesetzte Busse mit ca. hundert Teilnehmern führten unter der Gesamtführung von Herrn Dr. Groh aus Kranenburg nach Holland.
Zur Einführung besuchte man hier eine Ausstellung mit einer Filmvorführung, in der vieles Wissenswerte über die Errichtung und Funktion der Schleusenwerke erfuhren. Anschliessend besichtigten wir auf einer Dampferfahrt die riesigen Anlagen.
Auf der Weiterfahrt übernahm Dr. Groh die Führung durch die Orte Zierikzee und Middelburg mit ihren Sehenswürdigkeiten, den alten Bauten und Häuserzeilen. Ein großes Gasthaus in Nuland nahm dann die Reisegesellschaft zu einem gemütlichen Abschluss des Tages auf, bevor es dann endgültig Richtung Heimat ging.
Auf dem großen Herbstfest im Ratskrug am 18.10. mit dem Abschluß des Vorgarten- und Blumenschmuckwettbewerbes konnte Vorsitzender Brauer ein vollbesetztes Haus begrüßen. Aus der großen Zahl von etwa 300 vorbildlichen Vorgärten wurden etwa 40 Preisträger ermittelt, wobei als Sieger bei den Vorgärten Eheleute Holl, Maasstr. 12 und Eheleute Mermet, Kirchweg 28. als Senioren die Eheleute Tönnissen, Burgstraße 49, und van Rhemen, Schubertstraße 1, prämiert wurden.
Im Blumenschmuck führten die Eheleute Klösters und Schmeißer, Sallsstraße 20 und Moränenhöhe 43; als Senioren die Eheleute Kruse, Burgstraße 18, die Siegerliste an. Auch im Wettbewerb des Kreisverbandes konnten sich Materborner mit großem Erfolg auszeichnen: Eheleute Holl, Maasstraße 12, wurden 1. Sieger bei den Vorgärten.
Eheleute Tönnissen wurden ebenfalls 1. Sieger als Senioren.
Weiterhin konnten sich in der Siegerliste eintragen: Eheleute Rhemen, Schubertstraße 1, und Eheleute Mermet, Kirchweg 28, bei den Vorgärten; Eheleute Günter Wagner, Dorfstraße 78, und Eheleute Koch, Burgstraße 45, im Blumenschmuckwettbewerb.
Theo Kroymann führte durch das abwechslungsreiche Programm des Abends, der musikalisch durch den Spielmannszug der Feuerwehr eröffnet wurde. Die Niederrheinische Volkstanzgruppe sowie Vorträge von Elsi und Werner Gorissen trugen zum Gelingen der Veranstaltung bei. Eine große Tombola brachte wiederrum viele schöne Gewinne.
Am 8.4. wurde interessierten Mitgliedern eine weitere Besichtigungsfahrt geboten. Diese Mal eine Exkursion der besonderen Art, Ziel war die Bundeswehr in Rheine. Besucht wurde das Jagdbombengeschwader 36 „Westfalen“. Mit einem Bundeswehr-Bus wurde die auf 36 Personen begrenzte Teilnehmerzahl am Ratskrug abgeholt.
Ein Führungsoffizier der Bundeswehr begrüßte die Teilnehmenden und erläuterte die Gliederung eines Truppenverbandes. Verschiedene Starts und Landungen einiger Düsenjäger, übrigens extra für unseren Besuch festgelegt, aus nächster Nähe mitzuerleben war für alle Teilnehmer ein respektvolles Erlebnis. Die Besichtigung der Flugzeuge, Reparaturhallen und des Unterkunftsbereichs der Soldaten schloss mit einem Besuch einer Ausstellung von Erinnerungsgegenständen aus den beiden Weltkriegen.
Ein Bus mit 44 Wanderlustigen startete am 2.11.1986 zur beliebten Herbstwanderung und zwar nach Kalkar. Gewandert wurde entlang der alten Stadtmauer und der Ley in Richtung Appeldorn. Hauptziel war die Kirche St. Antonius in Hansaelar, zu der Theo Brauer ein kurzes Referat über die reiche innere Ausstattung diese baulichen Kleinods hielt. Die Wanderung wurde anschliessend in Richtung Wissel fortgesetzt; über die Deichkrone erreichte man wieder Kalkar.
Am 25.11. hatten 35 Vereinsmitglieder Gelegenheit zu einer weiteren Besichtigungsfahrt: besucht wurde die Zuckerfabrik Pfeiffer & Langen in Appeldorn; für jeden gab es eine Probe der dort hergestellten Erzeugnisse. Da die Besichtigung nur an Werktagen während der sogenannten Kampagne möglich ist, konnten sich nicht alle Interessierten beteiligen; daher soll 1987 eine zweite Fahrt stattfinden. Die Fahrradtour führte am 10.8. durch den Reichswald; unterwegs wurde ein Holzzägewettbewerb durchgeführt, bei dem es schöne Preise zu gewinnen gab.
Für die vorweihnachtliche Feier hatten Mitglieder des Vorstandes auch in diesem Jahr wohlgefüllte Tüten gepackt; 49 Kinder wurden beschenkt. An den Vorbereitungen beteiligten sich auch Christel Wagner und die Gartenkönigin Inge Görtz verdient gemacht. Der Nikolaus ( Günter Wagner) begleitet vom Knecht Rupprecht ( Günter Kohlmann) teilte viel Lob und wenig Tadel aus. Die Kinder beteiligten sich mit Gedichten, Liedern und musikalischen Darbietungen am Programm.
Eltern und Großeltern sangen die gemeinsame Advent – und Weihnachtslieder begeistert mit.
1987
Auftakt der Vereinstätigkeit 1987 bildete eine Bodenprobeaktion – übrigens die zweite dieser Art in der Vereinsgeschichte – die am 13.3 unter großer Beteiligung unserer Mitglieder ( fast 100 Proben wurden untersucht) stattfand.
Die Jahreshauptversammlung fand am 27. 3 statt. Erstmals in der Vereinsgeschichte wurde von einem Mitglied die geheime Wahl beantragt. Bei dieser Wahl wurden erneut in ihrem Amt bestätigt und gewählt: 1. Vorsitzender Theo Brauer, 2. Schriftführer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Walter Ockers, 1. Kassierer Reinhard Tönnissen, Beisitzer Helmut Mermet.
Den Abschluß der Versammlung bildete ein Film zum Thema „Unser Dorf soll schöner werden“. Ein Film der durch einen Vortrag über moderne und zweckmäßige Düngung von Blumen und Pflanzen zur Gesunderhaltung des Bodens ergänzt wurde.
Die Reihe der Studienfahrten eröffnete eine Tagesfahrt zur Stadt Kempen. Hier wurde die Propsteikirche und das Städt. Kramer-Museum besichtigt.
Ein Gang durch die hervorradgend sanierte Stadt rundete den Besuch ab. Danach die Weiterfahrt nach Grefrath. Ds bekannte Freilichtmuseum einschliessliche des Spielzeugmuseums fanden großes Interesse. Über die reizvolle Landschaft Hinsbecker und Krickenbecker Seen mit Schlossbesuch wurde die Rückfahrt angetreten.
In Straelen wurde nochmals Halt gemacht und der berühmte Blumemmarkt besichtigt.
Am 14. Mai folgte eine politische Bildungsfahrt in den Landtag nach Düsseldorf auf Einladung der Abgeordneten Frau Verstegen aus Emmerich. Wir nahmen an einer Plenarsitzung teil Von der Besuchertribühne aus konnten wir das Geschehen recht gut verfolgen. Frau Verstegen begrüßte die Teilnehmer anschließend zu einer Aussprache. Dieser Aussprache schloss sich erfreulicherweise auch unser Klever Abgeordneter und Bürgermeister G. Brock an. Vor der Rückfahrt wurde noch der Düsseldorfer Flughafen besichtigt.
Die Bundesgartenschau in diesem Jahr in Düsseldorf war Anlass einer dritten Studienfahrt. Zunächst wurde das im 17. Jahrhundert erbaute Jagd- und Lustschloss Benrath erreicht. Unter sachkundiger Führung war dies für alle Teilnehmenden ein großes Erlebnis. Auch der prächtige Schlossgarten lohnte den Besuch. In der Schravelener Heide wurde nochmals ein Halt eingelegt zum gemeinsamen Abendessen.
Erwähnt werden soll an dieser Stelle, dass der Materborner Schützenverein von 1924 seit Jahren zu einem Vereinsschießen aller Materborner Vereine einlädt. Unser Verein beteiligte sich in diesem Jahr mit neun Schützen am Schießen. Auf Einladung des Heimatvereins Bimmen fand am 16.8. eine Radsternfahrt aller Klever Heimatvereine zur Fahnenweihe nach Bimmen statt. An dieser Fahrt beteiligten sich auch die Heimat- und Gartenfreunde mit etwa 40 Personen. Für unsere Teilnehmer bedeutete die Teilnahme an dieser Tour drei Punkte im Wanderpaß des Vereins.
Zum Herbstfest hatte der Vorstand des Vereins die Mitglieder nebst Angehörigen und Freunden am 17. 10. in den Ratskrug eingeladen. Die Veranstaltung fand auch in diesem Jahr überaus großen Zuspruch. Die Räumlichkeiten des Lokals waren längst vor Beginn bis auf den letzten Platz gefüllt. Schmerzlich in Erinnerung gerufen wurde einmal mehr, wie sehr dem Ortsteil Materborn ein geeigneter Saal für derartige Anlässe fehlt. Großen Anklang fanden die Darbietungen des Abends. Markus Frank mit seiner Trompete, die Materborner Bänkelsänger und der gelungene Sketch von Mitgliedern der Laienspielschar der KAB. Käthe Huth sorgte mit dem Auftritt als Biene Maja, wie übrigens im Vorjahr als Steffi Graf, für große Erheiterung der Anwesenden.
Wie in den vergangenen Jahren gehörte auch die Auszeichnung verdienter Mitglieder mit der Verbandsnadel zum Programm. Der Höhepunkt der Veranstaltung war wieder die Auszeichnung der Sieger im Vorgarten- und Blumenschmuckwettbewerb und die Wahl der Gartenkönigin. Bei den Vorgärten lagen diesmal die Eheleute van Rhemen, Eheleute Sweenen und Waltergang vorne.
Seniorensieger Vorgärten wurden die Eheleute Tönnissen vor Eheleute Holl und Mermet. Im Blumenschmuck und Balkonschmuck siegten die Hausgemeinschaft Kapellenstraße 12 sowie Eheleute W. Kruse und W. Geurtz, beide Burgstraße. Seniorensieger wurden hier Eheleute Schmeißer, Moränenhöhe und Eheleute Klösters, Saalstraße. Einen Sonderpreis erhielten Eheleute Reckinger, Ruppenthaler Weg.
Weitere große Erfolge für Materborner Bürger im entsprechenden Wettbewerb auf Kreisebene. Bereits im Oktober waren auf einer Veranstaltung des Kreisverbandes ausgezeichnet worden: Vorgärten: 1. Eheleute van Rhemen, Schubertstr. 1 – 5. Eheleute Nellessen, Alexanderstr. 22 – Vorgärten: 9. (Senioren) 3. Eheleute Tönnissen, Burgstraße 48 – Blumenschmuck: 3. Hausgemeinschaft, Burgstraße 16-18.
Auf Wunsch einer Reihe von Mitgliedern wurde wenige Tage vor dem Herbstfest eine der vorjährigen Studienfahrten und zwar zur Zuckerfabrik in Appeldorn, wiederholt. Im Vorjahr konnten eine ganze Reihe von Interessenten nicht mitfahren wegen der begrenzten Teilnehmerzahl. Damit war jedoch die Zahl der diesjährigen Studienfahrten noch nicht erschöpft. So fuhr am 23. 10. ein vollbesetzter Bus mit 54 Teilnehmern zum Braunkohlenrevier nebst Kraftwerk Weisweiler.
Besonders interessant war hier die Fahrt durch die rekultivierten Gebiete. Einen weiteren Beweis dafür, wie rege sich unsere Mitglieder und Freunde am Vereinsleben beteiligen, zeigte die diesjährige Herbstwanderung mit 55 Wanderlustigen.
Auch das 24. Vereinsjahr klang aus wie alle vorhergehenden, und zwar mit der traditionellen vorweihnachtlichen Adventsfeier für unsere Jüngsten. Diesmal waren 42 erwartungsfrohe Kinder gekommen.
Abschließend sei noch erwähnt, daß die Heimat- und Gartenfreunde schon seit ihrer Gründung darum bemüht waren, und auch weiterhin sein werden, eine möglichst enge Verbindung zu allen Materborner Vereinen herzustellen. Es wurde daher auch schon mehrfach eine Zusammenkunft aller Materborner Vereinsführungen erreicht, in denen z. B. Veranstaltungspläne miteinander abgestimmt oder gemeinsame Aufgaben besprochen wurden.
Das letzte Zusammentreffen aller Vereine fand im Monat Januar 1988 im Ratskrug statt. An diesem Abend wurde u. a. allen Vereinen Auskunft über die geplante Festwoche anläßlich unseres Vereinsjubiläums gegeben.
Noch eine erfreuliche Feststellung: die Zahl der Mitglieder war bis Ende 1987 auf 163 angestiegen.
Mitglieder der Heimat- und Gartenfreunde, die im Jahre 1963 unserem Verein beigetreten sind und somit Goldjubilare im Jubiläumsjahr 1988 sind.
Bisher gewählte Gartenköniginnen
Unsere Garten- und Blumenschmuck-Wettbewerbe
Walter Zorn
Seit es Gartenbauvereine gibt, veranstalten sie auch Wettbewerbe und verleihen Preise für besondere Leistungen. Früher geschah dies meist in Zusammenhang mit einer Ausstellung, zu der die Mitglieder die schönsten Blumen, besten Früchte, größten Kürbisse und anderes brachten. In neuerer Zeit wurde statt der einzelnen Produkte der ganze Garten zum Wettbewerbsobjekt.
Anfangs besonders der Vorgarten, dann auch der Blumenschmuck an Straße und Hauswand, schließlich der Obst- und Gemüsegarten sowie mancherorts der Bauerngarten. Unser Verein setzte gleich bei der Gründung die Wettbewerbe auf sein Programm, veranstaltete diese seither alljährlich und förderte ihren Erfolg durch zahlreiche Lehrveranstaltungen, Besichtigungen sowie durch Gemeinschaftsbezug von Blumenkästen.
Die gesamte Bürgerschaft machte freudig mit. Die erst von unserem Blumenschmuckwettbewerb von Materborn wurden von großer Erfolg. Immer wieder konnten außerordentliche Spitzenleistungen herausgestellt werden. Diese wurden zu einer Sehenswürdigkeit, nicht nur für unsere hiesigen Mitbürger. Auch viele auswärtige Besucher kamen, die Pracht zu bewundern und Anregungen für das eigene Tun mit nach Hause zu nehmen.
In Zusammenarbeit mit dem Kreisverband für Heimatpflege und seinen über 40 Ortsvereinen wurden Leitlinien für einheitliche Wettbewerbe entwickelt, die teilweise auch Gültigkeit außerhalb des Kreises Kleve erlangten.
Danach bewertet wir jetzt:
x. nach 1 bis 100 Punkten, wobei „1” eine totale Fehlleistung, „100” die höchstmögliche Vollendung ausdrückt,
x. jede entsprechende Leistung, nicht nur die von Vereinsmitgliedern, auch ohne ausdrückliche Meldung,
x. nur die öffentlich einsehbaren Teile des Anwesens.
x. den langandauernden Zustand, nicht nur den Anblick am Tage der Begehung,
x. die harmonische Eingliederung in Nachbarschaft und Straßenraum.
Die Bewertung erfolgt durch die vom Verein eingesetzte Bewertungskommission. Sie nimmt mindestens zweimal im Jahr die zahlreichen Materborner Anlagen in Augenschein. Gefordert sind Sachkenntnis und Einfühlungsvermögen. Der einfache Bewertungsfall von gleichartigen Gärten vor gleichartigen Häusern ist die Ausnahme. Regel ist der Unterschied bei den sachlichen Gegebenheiten von Grundstück zu Grundstück – Kleinstflächen, große Anlagen, Eckparzellen, Hanglagen, neue Gärten vor Bungalows, ältere vor Mietskasernen usw. oder beim Blumenschmuck – rote Klinkerwände, helle Putzfassaden, Schattenseite, Sonnelage usw. Fast noch einschneidender als die sachlichen sind die menschlichen Unterschiede – die kinderreiche Familie, das Seniorenpaar, der Biogärtner, der wohlhabende und der weniger betuchte Gartenfreund und nicht zuletzt dessen Stilvorstellungen. – Hier nur einige Beispiele, wie schwierig oder oft problematisch eine Bewertung sein kann.
Materborn im Wettbewerb
„Unser Dorf soll schöner werden“.
– Walter Zorn –
Anders als der vom örtlichen Heimatverein getragene Garten- und Blumenschmuckwettbewerb, wird der Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ von Bund, Land, Kreis und Gemeinde ausgerichtet, ähnlich wie in der Bundesrepublik übrigens auch im benachbarten Ausland. Er soll helfen, den Wohnwert der kleineren Ortschaften zu verbessern. Bewertet wurde nach bundeseinheitlichen Richtlinien: Das schöne Bild des Dorfes, die Leistung der Bürger auf ihren Grundstücken, das kulturelle sowie gesellschaftliche Leben in der Gemeinschaft sowie die für den Wohnwert wichtigen öffentlichen Einrichtungen.
Im Laufe der Jahre kam es mehrfach zu Wettbewerbsverschiebungen. Bei den ersten Wettbewerben standen die Leistungen der Bewohner in ihren Gärten und an den Fassaden noch so obenan, daß sich der einzelne Bürger unmittelbar betroffen fühlte, Kritik allerdings abwertend einem „Blümchenwettbewerb“ sprach. Später rückten die für den Wohnwert des Ortes wichtigen Einrichtungen, also Leistungen der öffentlichen Stellen – mehr in den Vordergrund, die Bürgerbeteiligung verlor an Gewicht. In neuester Zeit nun reiht sich neben der schönen Optik und der guten Ausrüstung als wichtiges Kriterium, die gute Lebensbasis für Mensch und Natur – auf dem privaten Grundstück, – im ganzen Dorf und in der angrenzenden Gemarkung.
Der Wettbewerb findet seit 1961 jedes zweite Jahr statt. Zur Teilnahme aufgerufen sind ländliche Orte oder auch geschlossene Ortsteile unter 3000 Einwohnern. Teilnahmemeldung erfolgt durch die zuständige Gemeinde, in unserem Fall also durch die Stadt Kleve, die dann auch einen Gemeindewettbewerb durchführt, aus dem die jeweils besten in den Kreis-, den Landes- und schließlich Bundeswettbewerb aufsteigen.
Materborn paßt nicht vollkommen in das vorgegebene Schema. Der ganze Ort ist inzwischen zu groß geworden und nicht überall mehr ländlich. Zur Teilnahme kann nur ein herausgeschnittener Ortsteil gemeldet werden, der dann allerdings auch noch nicht eine in sich geschlossene Einheit darstellt. Die Voraussetzungen für gute Erfolge im Wettbewerb sind damit erheblich gemindert. Zahlreiche hochwertige Leistungen liegen außerhalb des gemeldeten Ortsabschnittes und bleiben unbewertet.
Trotz dieser Nachteile setzte sich unser Verein bei allen dreizehn bisherigen Wettbewerben für eine Teilnahme Materborns ein und trug bei der Durchführung den wesentlichen Teil der Lasten. Wie bei allen jährlichen Vereinswettbewerben gelang es auch hier immer wieder, die Mitbürger durch Beratungen, Vorträge und Besichtigungen zu hervorragender Mitarbeit anzuregen.
Es bewährte sich erneut, daß der Verein sich nie ausschließlich für seine Mitglieder, sondern immer für das ganze Dorf betätigte. Ferner, eng mit Behörden sowie den anderen örtlichen Vereinen zusammengearbeitet hat. So konnten durch die Wettbewerbe gemeinschaftliche Kraftanstrengungen ausgelöst und dauerhafte Verbesserungen für Materborn geschaffen werden.
Aber auch Ehrenpreise wurden errungen: 1969, 1971 und 1975 je eine Bronze-Medaille sowie 1977 eine Silber-Medaille im Landeswettbewerb bei über eintausend beteiligten Orten; ferner alljährlich hohe Plazierungen auf Kreisebene bei über 50 beteiligten Orten. Dieses ohne die hochfrisierte Schau, die mancherorts der Bewertungskommission aufgebaut wird, anschließend wieder verschwindet.
In naher Zukunft kommt nun hinzu, daß wir unsere Grünflächen zum Schutz der Umwelt und unserer Gesundheit wieder mehr den Naturgesetzen annähern werden, indem wir
x auf Gifte und Düngesalze weitgehend verzichten, dafür verbesserte Kompost- und Bodenpflege betreiben,
x Mischanbau und Artenwechsel bevorzugen vor Monokultur, nicht nur im Nutzgarten, auch bei Blumenbeeten, im Balkonkasten und beim Rasen,
x mehr Bäume, Büsche und Berankungen pflanzen zu Nutzen der Tierwelt sowie des Kleinklimas,
x uns auf bodenständige Arten zurückbesinnen und auf Sorten, die in Robustheit, Inhaltsstoffen, Geschmack und Duft überlegen sind.
All dies wird sich verändernd im Aussehen und der Schönheit unserer Gärten niederschlagen. Unsere Bewertungskommissionen werden neuen Gestaltungen gegenüber stehen.
Nachwort zur Vereinschronik
Lieber Heimat- und Gartenfreund!
Wer sich durch diese Chronik über 25 Jahre Vereinsgeschehen „hindurchgelesen“ hat, wird einigermaßen ermessen können, mit wieviel Mühe und Arbeit dieses Vierteljahrhundert ehrenamtlicher Vereinsarbeit verbunden war. Die so erfreuliche Entwicklung unserer Vereinigung, aus kleinsten Anfängen heraus, wäre nicht möglich gewesen, wenn sich nicht immer wieder Frauen und Männer aus unseren Reihen bereit erklärt hätten, ihre Freizeit unserem Verein und seinen Zielen abzustellen.
Das Fundament zu allen Vereinsmaßnahmen wurde in mehr als 300 Sitzungen seit Vereinsgründung gelegt. Der Umfang der Aufgaben, die auf jedem Vorstandsmitglied als Folge der Sitzungsbeschlüsse zukamen, vermag diese Chronik nicht annähernd zu schildern. So möge die Vereinschronik schließen mit dem Dank an alle, die sich in jahrelanger Arbeit um unsere Vereinsbelange verdient gemacht haben.
Chronik: Willi Speh
Bearbeitung und Illustration: Walter Ockers